Die unsichtbare Intelligenz: Wie IDP die Lücke zwischen Dokument und Fachprozess schließt

Inhalt

In vielen Unternehmen blockieren Dokumente noch immer effiziente Abläufe. Prozesse geraten ins Stocken, weil sie „auf Menschen warten“, die Dokumente manuell sichten, beurteilen und Daten übertragen. Doch die Lösung liegt nicht allein in der Digitalisierung von Papier. Das Zauberwort heißt Intelligent Document Processing (IDP) – die unsichtbare Intelligenz, die weit über das klassische Input Management hinausgeht.

Warum Input Management nicht mehr ausreicht

Klassisches Input Management konzentriert sich auf die Erfassung („Welches Dokument ist das?“) und die Verteilung („Wohin soll es gehen?“). IDP hingegen fokussiert sich auf das Verständnis: Welche Informationen benötigt der Prozess konkret und wo sind diese im Inhaltskontext zu finden? Während herkömmliche OCR-Systeme oft starr regelbasiert arbeiten, nutzt IDP moderne KI-Technologien wie Large Language Models (LLMs), um komplexe Inhalte flexibel und inhaltsbasiert zu analysieren.

Die drei Einsatzmuster von IDP

Wie IDP in der Praxis wirkt, lässt sich in drei Szenarien unterteilen:

Die drei Einsatzmuster von IDP
  1. Zentralisierte Dokumentenverarbeitung (Der Trichter): Alle Eingangskanäle – ob E-Mail, Chat oder Post – werden gebündelt und automatisch klassifiziert, um sie dem richtigen Folgeprozess zuzuordnen.
  2. Kontextuelle Datenauswertung (Der Prozessbegleiter): Hier unterstützt IDP den Sachbearbeiter während eines laufenden Fachprozesses (z. B. bei einer Kreditprüfung oder Schadensmeldung), indem es Dokumente vorprüft und Entscheidungsgrundlagen liefert.
  3. Strukturierte Datenerzeugung (Der Datenlieferant): Dies ist die Königsdisziplin für eine hohe Dunkelverarbeitung (Straight Through Processing). Das System extrahiert alle geschäftsrelevanten Daten so valide, dass sie direkt an ERP- oder Workflow-Systeme übergeben werden können, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.

Technologie als „Klammer“

IDP ist keine Einzellösung, sondern eine Multimodell-Technologie. Sie fungiert als Klammer über bewährten Verfahren wie OCR und ergänzt diese um Machine Learning (ML) und Natural Language Processing (NLP). Besonders spannend: Moderne Systeme können sogar Bildmaterial (z. B. Fotos von Autoschäden) analysieren und direkt in den Kontext einbetten.

Erfolgsfaktoren für die Umsetzung

Damit IDP ein Erfolg wird, empfiehlt it-novum ein klares Vorgehen:

  • Prozessdefinition vor Technologie: Klären Sie erst den Anwendungsfall, bevor Sie in Tools investieren.
  • Big Picture statt Insellösungen: Starten Sie klein und iterativ, aber behalten Sie das Gesamtbild Ihrer Prozesslandschaft im Auge.
  • Kontext ist alles: Stellen Sie dem System Informationen aus Drittsystemen (z. B. ERP) zur Verfügung, um die Erkennungsgenauigkeit zu maximieren.

Fazit

Der strategische Nutzen ist klar: Höhere Skalierbarkeit ohne proportionalen Personalaufbau, geringere Fehlerquoten und eine echte End-to-End-Automatisierung. Als Experte für Prozessdigitalisierung unterstützt it-novum Unternehmen dabei, diese Potenziale – beispielsweise mit marktführenden Lösungen von Partnern wie Hyland – voll auszuschöpfen.

TIPP

Die Reise geht weiter Richtung „Agentic Document Processing“. Erfahren Sie in unserem nächsten Experten-Webinar am 10. März 2026, wie KI-Agenten die Brücke zwischen Data Intelligence und operativer Prozessintelligenz schlagen.

Drei Open Source Workflow Engines im Vergleich

Welche Engine passt zu Ihrem Anwendungsfall: Activiti, Camunda, Flowable

Stehen Sie vor der Herausforderung, die richtige Technologie für Ihre Prozessautomatisierung zu wählen? Feature-Listen allein helfen hier selten weiter – entscheidend ist Ihr konkreter Anwendungsfall.

Im Webinar am 05. März 2026, 10:00 – 10:45 Uhr

präsentieren wir Ihnen ein praxisnahes Entscheidungsmodell, mit dem Sie:

  • Open-Source-Engines systematisch einordnen,
  • teure Fehlentscheidungen und Architekturfehler vermeiden
  • und die drei Technologien Activiti, Camunda und Flowable fundiert vergleichen können.